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Aus der Bergführerausbildung

Die nachfolgenden Zeilen sollen dem Lesenden einen kurzen Überblick über das Berufsbild des staatl. gepr. Berg- und Skiführers geben, einem Beruf, der vielen Leuten tatsächlich wenig bekannt ist.

 

Die Ausbildung zum staatl. gepr. Berg- und Skiführer ist die einzige Qualifikation, die zum kommerziellen Arbeiten als Bergführer in Deutschland, in den Alpenländern und den Bergregionen weltweit berechtigt. Das Tätigkeitsfeld eines staatl. gepr. Berg- und Skiführers reicht vom Hallenkletterkurs über Skitourenführungen bis zur 8000er Expedition. Dabei ist der Bergführer nicht nur Organisator und Sicherheitsexperte sondern kann auch Freund, Begleiter und psychologischer Betreuer sein.

Eine einwöchige Eignungsprüfung im Sommer und eine viertägige im Winter regelt den Zugang zur Ausbildung. Es werden das Kletterkönnen im sechsten französischen Schwierigkeitsgrad im Fels, sicheres Eisklettern an senkrechten bis überhängenden Strukturen im Gletscher- und Wasserfalleis, ein sehr hohes technisches Können auf Ski und noch einiges mehr vorausgesetzt. An über 150 Ausbildungstagen werden Seil- und Führungstechnik sowie Lehrdidaktik und Kameradenrettung in Fels und Eis, Lawinenkunde und Skimethodik uvm. in den den Dolomiten, in Chamonix und in Garmisch geschult. Mehr Infos beim Bergführerverband.

Die Ausbildung ist sehr teuer (ca. 10 – 15 Tsd. Euro) und zeitaufwendig (der schnellste Weg dauert ca. 2,5 Jahre). Sie stellt hohe persönliche Anforderungen an die Teilnehmenden. Und sie stellt auch sicher, dass die Absolvenden dem hohen Risiko Ihres späteren Berufs gewachsen sind und der großen Verantwortung, die sie oft tragen, gerecht werden können.

Nichtsdestotrotz ist die Ausbildungszeit toll: der Spass mit den Kollegen stimmt und wir sind in den schönsten Regionen der Alpen unterwegs. Unsere Ausbilder gehören der nationalen und internationalen Bergsportelite an. Es ist für mich eine große Bereicherung, Herausforderung und Ehre, diese Ausbildung machen zu können und zu dürfen.

Im Gegensatz dazu steht, dass dieses Berufsbild der breiten Bevölkerung weitgehend unbekannt ist. Oft werden die Preise von Tourenangeboten der Bergschulen, welche staatl. gepr. Berg- und Skiführer beschäftigen mit den Programmen der Alpenvereinssektionen oder mit Skiclubs verglichen, deren Mitglieder ehrenamtlich oder gegen Aufwandsentschädigung arbeiten. Natürlich können hier Bergschulen preislich nicht konkurrieren und wollen dies auch nicht. Ihre Produkte haben Ihren Preis, der in der hohen Qualität der Ausbildung, in meist kleinen Gruppengrößen und im hohen Erlebniswert der Produkte begründet liegt.

Das Bergführen ist ein Traumberuf weniger topqualifizierter Idealisten. In Deutschland stagniert die Zahl der Ausbildungsteilnehmer seit Jahren auf niedrigem Niveau. Die Gründe dafür sind sicherlich vielschichtig. Für mich ist diese Ausbildung jedenfalls die Erfüllung eines lang gehegten Traums.

 

Folgende Aufnahmen stammen aus dem Zeitraum Mitte Juni bis Mitte Juli 2014. Sie wurden während der beiden Kurse Fels- und Eisausbildung gemacht.

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